Gipfel der Genüsse
Es muss nicht immer Speckbrot und Schnitzel sein. Für verwöhnte Gaumen gibt es auch in Südtirol etliche Skihütten mit Stil und Niveau.
Der schönste Schwung ist der Einkehrschwung. Wenn die alte Skifahrerweisheit auch immer stimmen würde, dann wäre das eine Art Winterparadies auf Erden. Die Realität sieht oft ganz anders aus. In den Skihütten blüht die Anspruchslosigkeit. Würstl, Speckbrot, Pommes mit Mayo oder Schnitzel mit Kartoffelsalat aus dem Plastikeimer. Dünner Kaffee aus dem Selbstbedienungsautomaten. Dazu lange Schlangen an den Büffets und vor der Kasse. Keine Spur von Urlaubsromantik. Aber es geht auch anders.
Immer mehr Hüttenwirte in den Südtiroler Skigebieten servieren der verwöhnten Kundschaft Menüs auf Haubeniveau. Kein billiges Vergnügen aber ein ungewöhnliches. Zum Beispiel im Club Moritzino im Südtiroler Alta Badia direkt an der Bergstation der Gran Risa Bahn. Dort haben Frutti di Mare und Coda di Rospo die traditionelle Brettljause längst verdrängt. Im luftigen Wintergarten tafelt man mit Geschmack und Muße. Der frische Fisch von der Adriaküste wird, wenn es mal eilig ist, auch direkt eingeflogen. Alta Badia, das Topskigebiet der italienischen Society, ist kein Einzelfall. Ein Klassiker ist auch die Comicihütte am Fuße des Langkofels im Gebiet von Wolkenstein, wo man sich seit Jahren ebenfalls auf Fisch spezialisiert hat. Ganz neu ist dafür die Gostner Schwaige auf der Seiser Alm, dessen Wirt im Münchner Nobelrestaurant Tantris gelernt hat und das nun in seiner Heimat stilgerecht verwertet.
So unterschiedlich nun die Gourmet-Hüttenwirte und ihre Speisekarten sein mögen, eines haben sie offensichtlich gemeinsam. Werbung brauchen sie kaum. Treue Stammgäste sorgen für gefüllte Gasträume. Reservierungen sind dringend anzuraten.

